Potsdams Norden bekommt zum kommenden Schuljahr seine 2. Gesamtschule

Die neue Gesamtschule in der Pappelallee startet vorfristig schon zum kommenden Schuljahr – vorerst in den Containern gegenüber der Biosphäre (dort zieht die Grundschule Rote Kaserne Ost im Sommer aus in ihr neues Gebäude).

Alle Infos sehr schön und sehr übersichtlich zusammengefasst stehen hier in der MAZ.

Wir hoffen sehr, dass damit endlich eine deutliche Entlastung der Schüler*innen aus den nördlichen Potsdamer Ortsteilen im ü7-Verfahren stattfindet, um damit Schulwege deutlich zu verkürzen.

Teilerfolg: Ortsbeirat lehnt Bebauung Ketziner Str. 22 ab

Unser BI- Mitglied Esther Raudszus-Walter, ebenfalls Mitglied der Anwohnerinitiative gegen die Bebauung der Ketziner Str. 22, sprach gestern im Ortsbeirat Fahrland gegen das geplante Bauvorhaben an der Ketziner Str. (ehemals 22). Der diesbezügliche Antrag wurde dann auch mit 5 Gegenstimmen (Birgit Eifler und Helmut Querhammer von den Grünen, Stefan Matz von der Linken sowie Uwe Rückert und Karsten Etlich von der SPD) bei 2 Fürstimmen (durch Claus Wartenberg und Wolfgang Dau von der SPD) zum Glück deutlich abgelehnt.
Nun geht es nochmal in den Bauausschuss zur Beratung und dann Anfang Januar erneut in die Stadtverordnetenversammlung. Wir hoffen, dass dort auf ein so deutliches Votum diesmal gehört wird – in der Vergangenheit war das ja leider selten der Fall.
Alle Unterlagen sind hier online zu finden.

Hier nun Esthers tolle Gastrede im gestrigen Ortsbeirat:

Wir sind unmittelbare Anwohner, und dass zum Teil schon über 30 Jahre, des zur Bebauung vorgesehenen Grundstücks an der Ketziner Straße.

Wir kommen uns gerade vor wie im Kampf von David gegen Goliath – ein großer Vorhabenträger, der in den letzten Jahren schon viel in Fahrland und anderswo in Potsdam gebaut hat, will noch mehr bauen.

Es gab schon etlichen Wirbel um dieses Bauvorhaben.

Die Fläche von etwa 1,5 h mitten im alten Ortskern von Fahrland gelegen, würde schon bebaut werden, wenn wir als Anwohner nicht die Initiative ergriffen hätten, über einen Fachanwalt für Baurecht bei den zuständigen Behörden (Bauamt und entsprechende Ministerien im Land) die Recht-mäßigkeit des 2017 geschlossenen städtebaulichen Vertrages mit dem  Investor überprüfen zu lassen.

Im Zuge des als widerrechtlich eingestuften abgeschlossenen städtebau-lichen Vertrages sind bereits Tatsachen geschaffen worden, die kaum noch zu heilen sind:

  1. Durch den Abriss der Gebäude Ketziner Straße 22 sind Winter-quartiere von einer sehr seltenen Fledermausart zerstört worden.
  2. 24 sind Bäume gefällt worden, davon 21 mit besonderem Schutz-status (zusätzlich sogar ein Baum auf privatem Gelände).
  3. Brutplätze von seltenen Vogelarten wurden vernichtet, die Feld-lerche wurde als Bodenbrüter vertrieben.
  4. Es fand eine brachiale Vergrämung des unter Naturschutz stehenden Maulwurfes statt:

Zuerst wurde mit einer schweren Rüttelplatte das gesamte Areal abgefahren und danach eine intakte Grünfläche rigoros umgepflügt, mit dem Ergebnis, dass die Maulwürfe jetzt in unseren Gärten sind.

Alle soeben aufgezählten Maßnahmen wurden übrigens ohne rechts-    gültigen Bebauungsplan durchgeführt.

Als Mitglieder der Anwohnerinitiative möchten wir Ihnen nun unsere  Gründe darlegen, weshalb wir der Überzeugung sind, dass dieses grüne Biotop nicht bebaut werden soll: Nur am Rand sei bemerkt, dass wir in der kurzen Zeit der ersten öffentlichen Auslegung mitten in der Urlaubszeit fast 300 Unterstützerunterschriften für unser Anliegen erhalten haben, diese Fläche nicht zu bebauen.

Jetzt zu den Gründen:

  1. Eine Grünfläche würde zerstört werden, die es laut Landschaftsplan zu erhalten gilt und die laut uns bekannter Beschlusslage der Stadtverordnetenversammlung nicht als Bauland ausgeweitet werden soll.
  2. Ein weiteres klimabildendes Grünbiotop würde vernichtet werden:

Im Rahmen der Umweltprüfung wurde festgestellt, dass die Durchführung der Baumaßnahmen erhebliche Umweltauswirkungen für die Schutzgüter Fläche und Boden, Tiere und Pflanzen, biologische Vielfalt und Klima/ Luft und Lufthygiene nach sich ziehen wird. Maßnahmen zur Vermeidung wurden hierbei bereits berücksichtigt.

Ich nenne nur das Beispiel, dass keine wirkliche Abkühlung in der Nacht erfolgen kann. Schmergow 25 km entfernt als Ausgleichs-fläche – klingt für uns als direkt betroffene Anwohner einfach absurd.

  1. Das Ortsbild vom Dorfkern Fahrland ist geprägt durch eine strassenbegleitende Bebauung mit landwirtschaftlicher Fläche im Hinterland (hier Grünland). Diesem wird nach unserer Meinung im vorliegenden Bebauungsplan mit 34 Häusern und 68 Autostellplätzen auf etwa 1,5 h Fläche überhaupt nicht Rechnung getragen. Spielplätze oder andere öffentliche Grünflächen sind in der Planung nicht vorgesehen.
  2. Hinsichtlich der bestehenden Aufnahmekapazität der Straßen wird vom Landesamt für Umwelt, Abt. Immissionsschutz angemerkt, dass keine weiteren Wohngebiete mit Anbindung an die L 92 und B 2 geplant werden sollten, solange nicht geklärt ist, ob die Kapazität für die bisherigen Planungen (B-Plan „Entwicklungsbereich Krampnitz“) ausreichend ist.
  3. Fahrland ist in den vergangenen Jahren extrem stark gewachsen:

Zahlen langweilen, erwähnen möchte ich hier nur: 1993 lebten in Fahrland 1200 Einwohner, Ende 2017 schon 5.065. Das ergibt einen Zuwachs von knapp 3900 Bürgern in etwa 24 Jahren. Für ein Dorf wie Fahrland sehr beträchtlich.

  1. Mehr Schaffung von Wohnraum führt nicht nur nach unserer Auf-fassung zu Stabilität oder gar Senkung von Mieten, sondern nur zu noch mehr Bedarf an Wohnungen, noch mehr versiegelter Fläche, noch mehr Verkehr.

Potsdam, eine Kommune mit einem Masterplan Klimaschutz?

Bei dem hier vorgesehenen Bebauungsplan wird wieder einmal mehr ein ABER gefunden, um notwendige Klimaschutzmaßnahmen zu umgehen, zu vermeiden, außer Acht zu lassen! Klimaschutz nur ein Lippenbekenntnis?

Die Potsdamer Klimaforscher appellieren aktuell an die Politik, also in   diesem Fall auf unterster Ebene an Sie – endlich die Kehrtwende einzu-leiten! Die Zeit wird knapp!!!

 

Wir möchten Sie bitten und fordern Sie nachdrücklich auf: Nehmen Sie uns als Anwohner wahr und sehr ernst.

Es würde von Weitblick und Größe zeugen, wenn nicht nur die Interessen großer Bauträger oder Vorhabenträger in Ihrem Blickfeld sind und Beachtung finden, sondern ein umweltverantwortlicher Umgang mit unserer gemeinsamen Zukunft in unserem Fahrland stattfindet!

vorerst Absage der Weiterführung der Tram zum Bahnhof Marquardt

Die Stadt hat auf Initiative der SPD die Fortführung der Tram über Fahrland hinaus nach Satzkorn und zum Bahnhof Marquardt geprüft – leider kommen sie zu einem negativen Ergebnis, weil dort heute und zukünftig entlang der Strecke zu wenige Einwohner wohnen sollen.

Das ist viel zu kurz gedacht finden wir, denn es geht nicht nur um die entlang dieser Strecke Einwohnenden, sondern die Bewohner*innen Fahrlands und Krampnitzes, die mit Hilfe der Tram schnell und komfortabel die Regionalbahn in Marquardt erreichen würden – ohne die B2 oder die B273 zu verstopfen und in wesentlich kürzerer Zeit, als man den Potsdamer Hauptbahnhof via Tram durch die Innenstadt erreichen würde. Wir werden daher weiter an dem Thema dran bleiben, denn hier hat die Stadt wesentlich zu kurz gedacht. Integrierte Verkehrsplanung muss weiter denken!

Das Ergebnis der Stadt kann man hier nachlesen.

Änderung Bebauungsplan „Am Königsweg“ für Bau von Kita/Seniorenwohnungen geplant

In der kommenden Stadtverordnetenversammlung wird eine Änderung des B-Plans beantragt, um entsprechendes Baurecht auf der privaten Fläche zu schaffen. Der Investor möchte eine andere Zuwegung haben und neben der Kita auch Seniorenwohnungen bauen. Beides finden wir neben der Kita selbst sehr sinnvoll und freuen uns, dass es nun vorwärts geht damit.

Allerdings verwundert es schon, dass die Einbringung gleichzeitig mit dem Ketziner-Str.-Projekt erfolgt, ebenfalls ein Semmelhaack-Projekt, um das es bereits großen Streit gibt und bei dem eine Verquickung mit diesem Bauprojekt nicht ausgeschlossen scheint. Zumal dieses Bauprojekt bereits seit sehr sehr vielen Jahren auf Eis liegt und Semmelhaack bisher eher am Wohnungs- als am Infrastrukturausbau interessiert war hier vor Ort, denn auch die Erweiterung des Nahkaufs wurde um mehrere Jahre verschleppt. Und die jetzt hier behandelte Kita müsste eigentlich seit min. 3 Jahren stehen. Dann wäre den Neuhinzugezogenen wie auch den Alteingesessenen Eltern nämlich einiges erspart geblieben….

Hier finden sich alle Unterlagen.

B-Plan Ketziner Str. am 7.11. in der Stadtverordnetenversammlung

Es geht vorwärts, nun will die Stadtverwaltung am 7.11. den Bebauungsplan Ketziner Str. in die SVV einbringen. Alle Infos und Unterlagen sind hier zu finden.

Auch die PNN berichtet darüber bereits ausführlich und hat uns als BI auch dazu kontaktiert, der Artikel findert sich hier.

Es ist davon auszugehen, dass der Antrag erstmal in den Ortsbeirat und den Bauausschuss überwiesen und dann dort beraten wird. Außerdem haben wir eine Überweisung in den KOUL-Ausschuss für ländliche Entwicklung angeregt. Den kommenden Monat müssen wir also nutzen, wenn wir noch etwas bewirken wollen, außerdem wird dann danach noch einmal die ordentliche öffentliche Auslegung folgen.