Diskussion um Verkehrsbelastung durch Krampnitz: Umlandstädte und -gemeinden schalten sich ein

In die Diskussion um die durch die Entwicklung von Krampnitz ausgelösten Verkehrsströme wurde diese Woche bekannt, dass auch mehrere Umlandstädte und -gemeinden wie Berlin, Dallgow-Döberitz und Falkensee erhebliche Bauchschmerzen mit der aus deren Sicht unzureichenden Verkehrsplanung Potsdams haben. 10.000 und mehr Menschen kann man an einem Ort ohne Regionalbahnhof (an den Bahnhof Marquardt will man Krampnitz ja bekanntlich leider nicht anschließen via Tram) eben nicht einfach mal so hinziehen lassen und glauben, dass das problemlos funktioniert – zumal wenn eine ÖPNV-Anbindung ausschließlich über Potsdams Innenstadt vorgesehen ist, die Menschen aber auch ganz andere Pendler-Strecken kennen.
Man merkt daran immer wieder: Die Planenden im Rathaus wohnen weder im Norden noch pendeln sie woanders hin als eben ins Rathaus.

Es hilft auch nicht immer zu propagieren, die Leute, die hierher ziehen, wüssten worauf sie sich einlassen: Zu wissen, wie die Situation in Krampnitz ist, wird nicht gleichbedeutend damit sein, die freie Wahl zu haben, ob man dorthin ziehen möchte oder nicht – bei der Wohnungsknappheit in Potsdam werden die Leute da hinziehen, ob sie wollen oder nicht, einfach nur weil sie keine Alternative zum Wohnen haben. Das heißt dann aber noch lange nicht, dass sie auf ihr Auto verzichten werden/wollen/können. Und man darf die Einseitigkeit nicht vergessen: Man kommt in die Potsdamer Innenstadt ja, aber das wars dann auch. Ein Anschluss an den wenige Kilometer entfernten Bahnhof Marquardt mit einer doppelten Anbindung an Berlin (Spandau-Jungfernheide-Gesundbrunnen oder Wannsee-Charlottenburg-Innenstadt) zieht man nämlich leider nicht in Erwägung.

Warum nicht Potentialflächen vorhalten, die erstmal für Parkplätze sind und bei Nichtbedarf später bebaut werden können? Ich in ja eine Freundin des ÖPNV – und wenn das Konzept aufgehen sollte, kann man die PKW-Stellplätze nach und nach weiter reduzieren. Dafür muss dann aber auch das ÖPNV-Angebot stimmen – und zwar in alle Richtungen. Wie bspw. kommt man von Krampnitz nach Neuruppin? Wie nach Elstal? Wie komfortabel und schnell in den Berliner Norden/Westen? Es arbeiten doch nicht alle in Potsdam und auch nicht alle entlang der RE1-Achse.

Hoffen wir, dass die Eingaben der Umlandgemeinden etwas bewirken.

Hier geht es zum 1. Artikel in den PNN und hier zum 2. Artikel, ebenfalls in den PNN.

Berlin macht sich Sorgen um Krampnitzer Verkehrsströme

Wie der heutigen PNN zu entnehmen war, macht sich nun neben der Gemeinde Dallgow-Döberitz sogar Berlin Sorgen um die durch Krampnitz entstehenden Verkehrsströme, die die Hauptverkehrsachsen entlang der B2 und Heerstraße zum Erliegen bringen werden. Eine ungünstige Lage wird Krampnitz bescheinigt. Warum erkennt das eigentlich Jede*r, nur unser Landeshauptstadt leider nicht?

Gutshof in Satzkorn wird versteigert

Aktuell steht noch bis 31.1. der Gutshof in Satzkorn zu versteigerung. Alle Infos findet ihr im Exposé auf Immowelt.de. Es wäre aus Sicht der BI schön, wenn sich endlich ein*e Bieter*in finden würde, die das halb verfallene, traditionsreiche Gebäude vor dem weiteren Verfall retten würde und zu neuem Leben erweckt.

Planung der Straßenbahn nach Fahrland

Die Stadt hat die konkreten Planungen für die 7,2km lange Straßenbahnverlängerung vom Campus Jungfernsee über Krampnitz bis nach Fahrland-West (Regenbogenschule) begonnen. In 6 Jahren, 2025 soll die 1. Tram zu uns rollen. Bis dahin bleibt noch viel Arbeit und schon jetzt scheint klar zu sein – die Baukosten steigen. es stehen bereits 80 Millionen nur für den Bau im Raum. Erste aktuelle Beschlussfassungen seien wohl für die kommende Sitzung der Stadtverordneten Ende Januar geplant.

Die PNN berichten hier zum aktuellen Stand.

Noch ausführlicher berichtet die MAZ, hier ist sogar eine Karte dabei. Fakt ist, nach Fahrland soll auch ein Betriebshof kommen: „„Wir arbeiten daraufhin, dass Fahrland im Jahr 2025 angeschlossen ist und es muss das Ziel sein, dass es dann auch einen Betriebshof der Verkehrsbetriebe neben der Regenbogenschule gibt“, sagt Niehoff.“