offizielle Stellungnahme der Bürger_innen-Initiative Fahrland zum 2. Bebauungsplanentwurf Nr. 132 „Am Friedhof“

Die neu hinzu gekommenen fledermauskundlichen Untersuchungen für den Umweltbericht sind veraltet und zu wiederholen. Das über 4 Jahre alte Gutachten stammt aus dem Juli 2014. Seitdem gab es durch weiteren Verfall deutliche Veränderungen im Plangebiet. Auch in der Begründung des Bebauungsplanes steht auf Seite 75 bei der Prognose des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung: „die Artenzusammensetzung wird sich mit dem Verlauf der Sukzession verändern.“ Dem ist Rechnung zu tragen.

Hinzu kommt die nicht erfolgte Prüfung von Winterquartieren der Fledermäuse, es wurde von April bis Juni 2014 nur Sommerquartiere erfasst, es müssen jedoch beide Quartiere untersucht werden.Die erfolgte Kartierung des Einzelbaumbestandes ist teilweise fehlerhaft und veraltet. Vor allem fehlen weiterhin Aussagen zum teilweisen Erhalt des Einzelbaumbestandes, obwohl die Kartierung deutlich belegt, dass fast alle Einzelbäume in einem hervorragenden Zustand sind. Es ist zwingend erforderlich, einen gebietsprägenden schützenswerten Altbaumbestand  sowie größere Hecken und Sträucher zum dauerhaften Erhalt festzuschreiben, um weiterhin die „klimatische Ausgleichsfunktion“ durch Großgrün zu gewährleisten (S. 56).

Die Stadtverordnetenversammlung Potsdam plant noch in diesem Jahr eine Vorlage, mit der die energetischen Mindestanforderungen für Neubauten in Potsdam weiter erhöht werden. Die Anforderungen des Bebauungsplanes müssen mit diesen Anforderungen kompatibel sein. Photovoltaikanlagen bis 10 Kilowatt Nennleistung sowie Solarkollektoren sind uneingeschränkt zuzulassen, egal ob auf Nebengebäuden, aufgeständert, nicht matt ausgeführt oder über die volle Trauflänge installiert. Andernfalls ist auch die Einhaltung der ENEV nicht ohne weiteres möglich und man widerspricht dem klimapolitischen Leitbild der Landeshauptstand Potsdam.

Die in der Begründung des Bebauungsplans mehrfach genannte klimatische Ausgleichsfunktion wird durch die  inzwischen neue hinzugekommene Planung des Bebauungsplans „Wohnanlage Ketziner Straße“ in Fahrland erheblich beeinflusst. Beide Flächen sollen naturräumlich nahezu in Gänze zerstört werden bzw. sind es bereits.  An der ehemaligen Ketziner Straße 22 wurde 28.02.2018 im Nachhinein rechtswidrig durch den Investor Semmelhaack gerodet und geeggt.  Damit ist das Areal am Friedhof teilweise Ausweichquartier für Vögel und gleichzeitig für die klimatischen Bedingungen im Ort noch wichtiger geworden. Beide Bebauungspläne sind daher hinsichtlich des Tiervorkommens und der Frischluftzufuhr sowie die Auswirkungen auf den Dorfkern gemeinsam zu betrachten.

Die Anzahl an Parkplätzen vor den Bestandsgebäuden Döberitzer Straße 16, 18 und 20 ist mit 26 Parkplätzen für 36 Wohnungen weiterhin deutlich zu niedrig angesetzt. Wie in der Begründung selbst festgestellt, haben Menschen auf dem Land durchschnittlich mehr Autos, weil sie auf Grund der dürftigen Infrastruktur darauf angewiesen sind. Eine „großzügige Dimensionierung“ (S. 20) sieht daher vollkommen anders aus. Es sollte doch möglich sein, Parkplätze für den derzeitig noch erhöhten Bedarf so zu planen, dass sie später zurückgebaut werden können, wenn der Bedarf z. B. durch den Bau der geplanten Straßenbahn zurückgeht. Dabei sollte der Bedarf sich an den aktuellen reellen Gegebenheiten orientieren.

Die Auslegefrist der erneuten Auslegung war mit nur 18 Tagen nicht angemessen. Der Um-fang der Unterlagen war enorm hoch und es gab viele Änderungen in der Begründung des Bebauungsplanes sowie einige gravierende Änderungen im Bebauungsplan selbst. In dieser kurzen Frist war eine angemessene Beurteilung und Beteiligung für viele Bürger*innen nicht möglich, sodass ihre Beteiligungsrechte beschnitten wurden. Auch aus diesem Grund ist die erneute Auslegung zu wiederholen oder zu verlängern.

Ihre BI Fahrland, Stand 23.09.2018

Rettung für den Kinderbauernhof Groß Glienicke?

Unglaublich, aber wahr: Ein pädagogisch wertvoller Kinderbauernhof in Groß Glienicke soll abgerissen werden, weil dort vor 80 Jahren noch ein Wald stand und aus DDR-Zeiten keine Baugenehmigungen vorliegen – was seit fast 30 Jahren kein Problem war.
Und das weil es zum selben Landschaftsschutzgebiet gehört, in dem auch Teile der Regenbogenschule Fahrland längst liegen und für deren Erweiterung gerade weitere Teile ausgegliedert werden sollen. Für ein landwirtschaftliches Projekt, nämlich einen Bauernhof, der da seit Jahrzehnten steht, geht das aber nicht?
Dazu siehe auch den Zeitungsartikel der MAZ.

Aktuelle Berichterstattung zur Erweiterung der Regenbogenschule

Am Dienstag, den 18.09.18 tagte der Bildungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung in der Regenbogenschule in Fahrland. Dies war Anlass für einen ausführlichen Bericht vom KIS-Werksleiter Herrn Richter und unserer Bildungsbeigeordneten Frau Aubel zur geplanten Erweiterung der Regenbogenschule. Einige Mitglieder der BI Fahrland waren ebenfalls vor Ort und können folgenden Planungsstand weitergeben (in der Reihenfolge des Baus, der bis etwa 2025/26 gehen soll):

  • Noch dieses Schuljahr die dauerhafte Aufstockung der Schule am einstöckigen Gebäudeteil für 6 Klassenzimmer. Damit ist die Schule dann ab kommendem Schuljahr dauerhaft dreizügig.
  • Danach Bau von übergangsweisem Container auf das Feld daneben für weitere Räume und eine große Essensversorgung.
  • Der Hort bekommt einen Container auf der kommunalen Fläche im B-Plan Am Friedhof (also etwas Fußweg entfernt übergangsweise). Dies steht allerdings vorbehaltlich der Beschlussfassung des B-Planes, der noch in Bearbeitung ist.
  • Die Straßenseite des Schulgebäudes bekommt einen dauerhaften Anbau für weitere Räume sowie Behindertengerechtheit und bspw. Teilungsräume für Inklusion.
  • Auf das Feld neben dem Spielplatz wird eine neue große 2-Feld-Turnhalle gebaut. Die hierfür notwendige Herauslösung aus dem Landschaftsschutzgebiet läuft bereits, ist jeodch noch offen. Die Turnhalle bietet auch durch die Dreiteilbarkeit mehr Möglichkeiten für eine Erweiterung von Vereinssportangeboten in Fahrland.
  • Die alte Turnhalle wird gemäß Wunsch des Ortsbeirates erhalten und umgebaut als neue große Mensa mit integriert nutzbarem Veranstaltungsort für Fahrland.
  • Der Hort bekommt an der Seite Richtung Feld einen Anbau zur Vergrößerung. Der gerade erst neu und teilweise in Eigenleistung der Trägers und der Eltern errichtete Spielplatz muss dafür teilweise wieder verlagert werden.
  • Die neuen Platz-Kapazitäten werden übergangsweise noch genutzt, um das Bestandsgebäude komplett modern und behindertengerecht zu sanieren.
  • Danach erfolgt der Rückbau der 2 Container und die Fertigstellung der Außenanlagen nebst einigen Kurzzeitparkplätzen, die sich auch auf einen weiteren Teil des heutigen Felder erstrecken, das sich in kommunaler Hand befindet.

Einige Ausschuss-Mitglieder sind übrigens mit dem Fahrrad angereist und schockiert über die fehlende sichere Infrastruktur, insbesondere auch für den Schulweg.

Zudem wurde bei der vorhergehenden Führung die aktuell mangelhafte PC -Ausstattung und schlechte Internet Verbindung angesprochen – die Verwaltung nimmt das Problem mit und versucht es zu lösen.

 

Endlich Erfolge beim Bahnhof Marquardt

Der unausgebaute Bahnhof Marquardt ist – nicht erst seit unserer großen und erfolgreichen Sternfahrt im vergangenen Jahr – eines unserer Herzensthemen, denn er hat das Potential zur Lösung vieler Verkehrsprobleme im Norden. Nachdem die BI sich in diesem und letzten Jahr mehrfach ans Infrastrukturminsterium Brandenburgs sowie ein für Verkehrspolitik zuständiges Mitglied des Brandenburger Landtages gewandt hat, kommt endlich Bewegung in die Entwicklung des Bahnhofs Marquardt – es fanden Gespräche mit der Bahn sowie Eingaben (auch unsererseits) zum neuen Landesverkehrswegeplan statt. Diese führten u.a. dazu., dass die Deutsche Bahn AG den Bahnhof Marquardt endlich als Entwicklungspunkt erkannt hat und die Frequentierung sowie Anbindung ab 2022 verbessern will.
Damit gilt die Ausrede der Stadt, man könne ja keinen Park&Ride mit Buswendeplatte dort hin bauen solange es nur ein bloßer Haltepunkt der Bahn mit gerade mal 1x stündlichen Halten ist, nicht mehr. Nun kommt Bewegung in die Sache, auch der Ausbau des eigentlichen Bahnhofs soll nun doch endlich vorangebtrieben werden. Schade nur, dass dies bisher nicht mit konkreten Zeitschienen untersetzt scheint, aber wir bleiben dran.

Ist ja nicht so, dass es seit 2015 bereits einen eindeutigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung dazu gibt, den sowohl der noch amtierende Oberbürgermeister als auch die verwaltung bisher geflissentlich ignorierten…

Nachzulesen z.B. hier in einem Absatz der PNN.

Lesung des Bürgervereins

Der Bürgerverein Fahrland hat eine interessante Lesung organisiert und uns um Veröffentlichung der Einladung gebten:

Aus diesem Buch wird gelesen:

Der Wanderer

Das Leben des Theodor Fontane

Theodor Fontane ist der große Dichter des alten Preußen – und er war zugleich ein zutiefst moderner Charakter. Hans-Dieter Rutsch entdeckt diesen Fontane neu. Er erzählt sein Leben und erkundet seine Welt, seine Orte in ihrer historischen Dimension wie in ihrer Gegenwart. In Neuruppin, Fontanes Kindheitsstadt, steht noch die Apotheke, die der Vater durch Spielschulden verlor. Auch der Sohn wurde Apotheker, begann zu schreiben und wurde politisch. In der Revolution 1848 kämpfe Fontane auf den Berliner Barrikaden, und mit dreißig entschloss er sich zu einem Leben als freier Schriftsteller. Seine Wege führten ihn als Kriegsberichterstatter nach Paris, wo er als Spion verhaftet wurde, nach London, wo der die Nachtseiten der Industrialisierung sah; da ist aber auch das Sehnsuchtsland Schlesien; und immer wieder Brandenburg, wo der Romancier das Menschliche studierte. Für Fontane waren diese Reisen literarisch-journalistischer Auftrag, seine Familie ließ er oft in prekären Bedingungen zurück.
Dieses Buch entdeckt einen hellsichtigen, in seiner Zeit neuartigen Dichter, der rastlos das frühmoderne Deutschland beschrieb und darin auch unsere Gegenwart, der sich schon damals nach Entschleunigung, Schlichtheit sehnte – einen doppelten Fontane, der unser Zeitgenosse ist.