MAZ titelt: Misstrauen gegen neue Siedlungsgebiete

Die MAZ hat heute auf der Grundlage unserer vorgestrigen Argumentation zum neuen Entwicklungsgebiet Fahrland-West einen ausführlichen Artikel gedruckt: “ „Wir haben vor allem den Eindruck, dass der eigentlich gute und dringend notwendige Plan zur Vermeidung des Verkehrskollaps – die Verlängerung der Tram bis Fahrland – hier durch überfliegende Pläne künstlich aufgebläht wird“, sagte Lange der MAZ. Dabei bestehe die Gefahr, dass man am Ende „mal wieder mit noch mehr Wohnbebauung, aber ohne jegliche dazugehörige Infrastruktur da stehen. Weil das Projekt eine Nummer zu groß ist.“ „

Was haltet Ihr von den Plänen zum neuen Entwicklungsgebiet Fahrland-West?

 

Diskussion um Verkehrsbelastung durch Krampnitz: Umlandstädte und -gemeinden schalten sich ein

In die Diskussion um die durch die Entwicklung von Krampnitz ausgelösten Verkehrsströme wurde diese Woche bekannt, dass auch mehrere Umlandstädte und -gemeinden wie Berlin, Dallgow-Döberitz und Falkensee erhebliche Bauchschmerzen mit der aus deren Sicht unzureichenden Verkehrsplanung Potsdams haben. 10.000 und mehr Menschen kann man an einem Ort ohne Regionalbahnhof (an den Bahnhof Marquardt will man Krampnitz ja bekanntlich leider nicht anschließen via Tram) eben nicht einfach mal so hinziehen lassen und glauben, dass das problemlos funktioniert – zumal wenn eine ÖPNV-Anbindung ausschließlich über Potsdams Innenstadt vorgesehen ist, die Menschen aber auch ganz andere Pendler-Strecken kennen.
Man merkt daran immer wieder: Die Planenden im Rathaus wohnen weder im Norden noch pendeln sie woanders hin als eben ins Rathaus.

Es hilft auch nicht immer zu propagieren, die Leute, die hierher ziehen, wüssten worauf sie sich einlassen: Zu wissen, wie die Situation in Krampnitz ist, wird nicht gleichbedeutend damit sein, die freie Wahl zu haben, ob man dorthin ziehen möchte oder nicht – bei der Wohnungsknappheit in Potsdam werden die Leute da hinziehen, ob sie wollen oder nicht, einfach nur weil sie keine Alternative zum Wohnen haben. Das heißt dann aber noch lange nicht, dass sie auf ihr Auto verzichten werden/wollen/können. Und man darf die Einseitigkeit nicht vergessen: Man kommt in die Potsdamer Innenstadt ja, aber das wars dann auch. Ein Anschluss an den wenige Kilometer entfernten Bahnhof Marquardt mit einer doppelten Anbindung an Berlin (Spandau-Jungfernheide-Gesundbrunnen oder Wannsee-Charlottenburg-Innenstadt) zieht man nämlich leider nicht in Erwägung.

Warum nicht Potentialflächen vorhalten, die erstmal für Parkplätze sind und bei Nichtbedarf später bebaut werden können? Ich in ja eine Freundin des ÖPNV – und wenn das Konzept aufgehen sollte, kann man die PKW-Stellplätze nach und nach weiter reduzieren. Dafür muss dann aber auch das ÖPNV-Angebot stimmen – und zwar in alle Richtungen. Wie bspw. kommt man von Krampnitz nach Neuruppin? Wie nach Elstal? Wie komfortabel und schnell in den Berliner Norden/Westen? Es arbeiten doch nicht alle in Potsdam und auch nicht alle entlang der RE1-Achse.

Hoffen wir, dass die Eingaben der Umlandgemeinden etwas bewirken.

Hier geht es zum 1. Artikel in den PNN und hier zum 2. Artikel, ebenfalls in den PNN.

Entwicklungsgebiet Fahrland-West oder: Jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben?

Der Potsdamer Bau-Beigeordnete Bernd Rubelt hatte zu Beginn des Monats in den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung sein neuestes Großprojekt vorgestellt: Für die Planung der Tram-Erweiterung im Norden (sowie die Planung einer alternativen Tram nach Golm) sei die Ausweisung von Prüfarealen für zukünftige Entwicklungsgebiete notwendig, um möglichen Bodenpreisspekulationen vorzubeugen – da ab dem Zeitpunkt des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung die aktuellen Bodenpreise eingefroren werden. Problem hierbei zunächst einmal: Es handelt sich in beiden Fällen um sehr große Flächen, die nahezu komplett im Landschaftsschutzgebiet liegen und damit besonderem Schutz unterliegen. Eine Herauslösung funktioniert nur, wenn Landesbehörden mitspielen und auch nicht ohne weiteres – es sind ja nicht einfach so Schutzareale.

Wir haben aber vor allem den Eindruck, dass der eigentlich gute und dringend notwendige Plan zur Vermeidung des Verkehrskollaps – die Verlängerung der Tram bis Fahrland – hier durch überfliegende Pläne künstlich aufgebläht wird. Dabei besteht die Gefahr, dass am Ende der gesamte Plan torpediert wird und wir am Ende mal wieder mit noch mehr Wohnbebauung, aber ohne jegliche dazugehörige Infrastruktur da stehen. Weil das Projekt eine Nummer zu groß ist.
Statt einfach die Tram zu bauen, wird hier gleich wieder ein Großprojekt draus gemacht – mit Tram-Depot, Stadtentsorgungsflächen und Berufsfeuerwehrfläche – alles im Zuge von Krampnitz nötig, warum aber eigentlich in Fahrland und im Landschaftsschutzgebiet und nicht in Krampnitz auf heute bereits bebaubarem Gebiet ohne langjährige und unsichere Verfahren?
Aber dem nicht genug, in der Presse wurde nun bekannt, dass die Pläne sogar noch weitgehender sind und auch Wohnbebauung enthalten – nebst dann ebenfalls notwendigen weiteren Flächen für die Schulerweiterung, Kitas, Spielplätze und Kleingärten. Die Schulerweiterung planen sie bereits seit knapp einem Jahr, auch ohne Entwicklungsgebiet. Kitas sind bereits 2 weitere entlang der Gartenstraße geplant, weitere bräuchte man nur, wenn hier nochmal massiv Wohnbebauung geplant wird heimlich. Spielplätze fordern wir momentan in jedem Bebauungsplan in Fahrland – bisher wurden wir immer abgeschmettert. Warum denkt man nicht am Friedhof oder an der Ketziner Str. mal an einen Spielplatz? Und Kleingärten sind nötig in Potsdam, das ist richtig, aber hier haben sie nur den faden Beigeschmack, die Wohnbebauung mit verkaufen zu wollen.

Bewusst machen muss man sich auch: Die Fläche ist über 60 Hektar groß! 60! Das ist mehr als doppelt so groß wie die beiden Semmelhaack-Viertel Upstall-Nord und -Süd zusammen!

Das werden wir so nicht mitmachen, Tram ja, aber kein 2. Klein-Krampnitz!
Die Tram wurde geplant für die in Fahrland bereits wohnenden Menschen plus die in Krampnitz geplanten 10.000 bis 13.000 Menschen. Bereits dafür war die Machbarkeitsstudie stark positiv (und zwar bis Fahrland). Dafür braucht es also keine weitere massive Wohnbebauung und erst recht nicht in schützenswerten Arealen. Die Nutzung dieses Areals sollte sich auf das absolut Notwendigste beschränken und das ist vor allem erst einmal die Tram (ggf. mit Tram-Depot) und die dringend notwendige Schulerweiterung. Mehr nicht.

Hier findet ihr die Pressemitteilung der Stadt, und hier einen Artikel der PNN.

Was haltet Ihr von den Plänen zum neuen Entwicklungsgebiet Fahrland-West?

Berlin macht sich Sorgen um Krampnitzer Verkehrsströme

Wie der heutigen PNN zu entnehmen war, macht sich nun neben der Gemeinde Dallgow-Döberitz sogar Berlin Sorgen um die durch Krampnitz entstehenden Verkehrsströme, die die Hauptverkehrsachsen entlang der B2 und Heerstraße zum Erliegen bringen werden. Eine ungünstige Lage wird Krampnitz bescheinigt. Warum erkennt das eigentlich Jede*r, nur unser Landeshauptstadt leider nicht?

Planung der Straßenbahn nach Fahrland

Die Stadt hat die konkreten Planungen für die 7,2km lange Straßenbahnverlängerung vom Campus Jungfernsee über Krampnitz bis nach Fahrland-West (Regenbogenschule) begonnen. In 6 Jahren, 2025 soll die 1. Tram zu uns rollen. Bis dahin bleibt noch viel Arbeit und schon jetzt scheint klar zu sein – die Baukosten steigen. es stehen bereits 80 Millionen nur für den Bau im Raum. Erste aktuelle Beschlussfassungen seien wohl für die kommende Sitzung der Stadtverordneten Ende Januar geplant.

Die PNN berichten hier zum aktuellen Stand.

Noch ausführlicher berichtet die MAZ, hier ist sogar eine Karte dabei. Fakt ist, nach Fahrland soll auch ein Betriebshof kommen: „„Wir arbeiten daraufhin, dass Fahrland im Jahr 2025 angeschlossen ist und es muss das Ziel sein, dass es dann auch einen Betriebshof der Verkehrsbetriebe neben der Regenbogenschule gibt“, sagt Niehoff.“