Aus dem Stand 43,8%

Spitzenergebnis der Bürger_Innen-Initiative Fahrland bei der Ortsbeiratswahl

Aus dem Stand erzielt die Bürger_Innen-Initiative Fahrland 43,8% bei der Ortsbeiratswahl am 26.05.2019 in Fahrland. Damit konnten wir 4 der 9 Mandate erringen und sind gleichzeitig stärkste politische Kraft im künftigen Ortsbeirat.

Das ist für uns ein phantastisches Ergebnis. Wir konnten unsere Wähler*innen wohl durch unser nicht nachlassendes Engagement in Sachen Infrastruktur, Verkehr, sicherer Schulweg und vieles mehr überzeugen. Wir sind dankbar für das in uns gesetzte Vertrauen und werden uns in den kommenden fünf Jahren ambitioniert für die Umsetzung der von uns gesetzten Schwerpunkte einsetzen.

Nochmals vielen Dank an unsere Wählerinnen und Wähler aber generell auch an alle, die ihr demokratisches Recht zur Wahl in Anspruch genommen haben. Denn: Veränderungen fangen vor der Haustür an.

Eine Anhörung, die keine ist?

Über die Rechte der Ortsbeiräte

Am 26. Mai findet mit der Kommunal- und Europawahl auch die Wahl der Ortsbeiräte in den Potsdamer Ortsteilen statt. Wie man der Tagespresse entnehmen konnte, finden sich anscheinend kaum noch ausreichend Kandidat*innen für diese ehrenamtliche Tätigkeit. Doch warum ist das so? Ist auch dies ein Zeichen von Politikverdrossenheit oder liegt es daran, dass die Ortsbeiräte im politischen Spiel zerrieben werden?

Wenn man nicht gerade die brandenburgische Kommunalverfassung und die Hauptsatzung der Landeshauptstadt Potsdam als seine bevorzugte Bettlektüre gewählt hat, lebt man in dem Glauben, dass der Ortsbeirat direkt und unmittelbar etwas bewegen könnte. Tatsächlich stehen den Ortsbeiräten aber nur einige Anhörungsrechte und sehr wenige Entscheidungsrechte zu. Man könnte die Ortsbeiräte auch als „Fachausschüsse“ für den jeweiligen Ortsteil bezeichnen, die Vorschläge und Anregungen unterbreiten können. Wenn sich der Ortsbeirat dann aber auf Konfrontationskurs mit der Potsdamer Stadtverwaltung und den Interessen eines Investors begibt, passiert es schon mal, dass die wenigen Rechte dann auch noch ausgehöhlt und ad absurdum geführt werden.

 

Was darf der Ortsbeirat?

Dem Ortsbeirat stehen nach Kommunalverfassung Anhörungsrechte bei bauordnungsrechtlichen Satzungen zu, soweit sie sich auf den Ortsteil beziehen. Wie so eine Anhörung zu erfolgen hat, ist leider nicht präzise definiert. Man sollte aber nach gesundem Menschenverstand davon ausgehen, dass sich der Ortsbeirat eine fundierte Meinung zum abschließenden, also dem letztlichen Beschlussvorschlag der Stadtverordnetenversammlung bilden kann.

Denn mal ehrlich, nur so macht eine Anhörung zu einem Vorschlag tatsächlich Sinn. Schließlich soll das Votum des Ortsbeirates als „Fachausschuss“ ja Beratungsgegenstand der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung sein. Dem Ortsbeirat Fahrland wurde vor Kurzem ein Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss zu einem Bebauungsplan zur Anhörung vorgelegt. Aus den verschiedensten Gründen lehnte eine Mehrheit der Mitglieder diese Vorlage ab.

Im Nachgang wurden in den Fachausschüssen dieser Entwurf und damit auch der Beschlussvorschlag für die Stadtverordnetenversammlung durch zwei Änderungsanträge jedoch soweit verändert, dass es den Rahmen von redaktionellen Änderungen deutlich überstieg. Es wurden nicht nur die Abstände zur umliegenden Bebauung geändert, sondern es erfolgte auch eine Verdichtung im zentralen Bereich, die Anzahl der Häuser und deren Lage sowie die Lage der Erschließung oder die Grundstücksgrößen wurden verändert. Dieser veränderte Entwurf wurde dem Ortsbeirat allerdings nicht nochmals zur Beratung und Anhörung vorgelegt, sondern der Ortsbeirat wurde darüber lediglich informiert.

„Die Kenntnisnahme von Mitteilungsvorlagen ersetzt keine Beschlüsse“ – regelt die Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung aber eindeutig. Zum tatsächlichen Beschlussgegenstand der Stadtverordnetenversammlung, die dieser Vorlage mittlerweile zugestimmt hat, gab es also keine Anhörung des Ortsbeirates. Wie man dies auch immer verfahrenstechnisch korrekt umsetzt, es muss ein Prozedere gefunden werden, welches die Rechte der Ortsbeiräte nicht noch weiter marginalisiert und welches dafür sorgt, dass ihre Beschlüsse transparent in die Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung einfließen können.

Nebenbei bemerkt ist das Handeln der Potsdamer Stadtverwaltung ja durchaus nachvollziehbar. Möchte man doch mit diesem Bebauungsplan einen rechtswidrig ergangenen Bauvorbescheid heilen und damit im Raum stehende Schadenersatzansprüche ausräumen. Eine erneute Anhörung des Ortsbeirates schien da wohl nicht förderlich.

Die Konsequenz

Die korrekte Durchführung der Anhörung des Ortsbeirates ist aber ein zwingendes verfahrensrechtliches Erfordernis. „Entscheidungen des Beschlussorgans, die ohne erforderliche Anhörung erfolgen, sind rechtswidrig.“ (Brandenburgische Kommunalverfassung, Kommentar, Schumacher, 2008) Das Rechtsamt der Landeshauptstadt Potsdam sieht dies erwartungsgemäß anders. So beschäftigt sich jetzt die Kommunalaufsicht des Landes Brandenburg mit dieser Angelegenheit und prüft, ob in diesem konkreten Einzelfall die Anhörungsrechte des Ortsbeirates korrekt gewahrt wurden. Eine Entscheidung steht noch aus.

Zusammenfassend bleibt zu bemerken, dass die Ortsbeiräte sich ihrer Rechte bewusster werden und diese auch adäquat durchsetzen müssen. Nach dem 26. Mai gibt es für die neu gewählten Gremien dazu Gelegenheit. Denn noch sind sie da, die Ortsbeiräte, auch wenn man das Gefühl hat, dass Teile der Potsdamer Stadtverwaltung sie gern abschaffen möchten.

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift POTSDAMER – Magazin der HavelregionEINE ANHÖRUNG, DIE KEINE IST?

Anträge des Ortsbeirates für die kommende OBR-Sitzung am 20.03.2019

Veränderungen fangen vor der Haustür an

Mitglieder der Bürger_innen-Initiative Fahrland kandidieren zur Kommunalwahl für den Ortsbeirat Fahrland

Für Fahrland treten zur Wahl an (von links nach rechts): Jörg Walter, Anke Oehme, Stefan Matz, Annika Breuer, Matthias Päper

Foto: Tina Lange

Fahrlands Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren schneller gewachsen als die Infrastruktur. Um die daraus entstandenen Herausforderungen zu meistern und die weitere Entwicklung unseres Ortes aktiv zu begleiten, möchte die Bürgerinitiative Fahrland den Ortsbeirat unterstützen und tritt als Wählervereinigung mit einer Liste zur nächsten Ortsbeiratswahl am 26.05.2019 an.

Auf Platz 1 der Liste kandidiert mit Stefan Matz ein erfahrenes Mitglied wieder für den Ortsbeirat. Weitere Kandidaten des Teams sind Jörg Walter, Anke Oehme, Annika Breuer und Matthias Päper.

Um zur Wahl zugelassen zu werden, benötigt die Bürgerinitiative die weitere Unterstützung der Fahrländerinnen und Fahrländer. Bis zum 20.03.2019 kann jeder Wahlberechtigte, der in Fahrland wohnt, die Unterstützerliste im Rathaus unterschreiben. Diese liegt in der Passstelle des Bürgerservice zu den normalen Öffnungszeiten von Montag bis Samstag aus (Link zu den Öffnungszeiten), ein Termin vorab ist nicht notwendig.