Kinderbauernhof in Groß Glienicke soll abgerissen werden

Unglaublich, aber wahr: Wenn es darum geht 60 Hektar (!) Land in Fahrland aus dem Landschaftsschutzgebiet auszugliedern, um es massiv zu bebauen, soll das alles kein Problem sein. Wenn man aber einen Kinderbauernhof in Groß Glienicke im selben Landschaftsschutzgebiet erhalten will, geht das angeblich nicht, weil der ja im Schutzgebiet liegt und ohne Baugenehmigung erbaut wurde. Pikant hierbei: Der Bauernhof steht schon wesentlich länger, als es das Landschaftsschutzgebiet gibt!

Wir finden das kann es nicht sein und werden uns weiter für den Erhalt einsetzen. Ein Kinderbauernhof ist eine landschaftsverträgliche Nutzung, hat außerdem enorme soziale und pädagogische Bedeutung. Der Abriss würden den Ruin der Eigentümer bedeuten und damit gäbe es in Potsdam keinen Kinderbauernhof mehr – das ist für uns keine Option!

Hier gibt es einen Artikel in der MAZ dazu und hier in den PNN.

Krampnitz-Forum bringt neue Entwürfe: mehr Gewerbe, höhere Gebäude

Das öffentliche Krampnitz-Forum diese Woche hat neue Entwürfe präsentiert. Kerninhalte sind hier in der PNN und hier auch in der MAZ nachzulesen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • höhere Gebäude, eins sogar 10-14 Stockwerke
  • wesentlich mehr Gewerbeflächen (mehr als 7x so viel!)
  • 7 statt 4 Kitas
  • 2 dreizügige Grundschulen, wobei die 1. ein gewagtes Startdatum hat mit 2022
  • 1 fünfzügige Gesamtschule mit dreizügiger Oberstufe, die 2025 starten soll
  • ab 2021 einen Busverkehr im 10-Minuten-Takt, bis dann im Dezember 2025 die erste Tram bis Fahrland rollt
  • 7 statt 4 Tiefgaragen (oberirdisch dürfen keine Autos stehen) mit max. 300m Fußweg zur Wohnung, allerdings bleibt es bei nur einem Auto für nur jeden 2. Haushalt, der Mehrbedarf entstand wohl eher durch das Gewerbe
  • Fahrradschnellweg am Fahrländer See vorbei
  • noch dieses Jahr auf Grund von Fördermitteln der Bau der Energiezentrale
  • weiterhin 2021 Bezugsbeginn der 1. Wohnungen geplant
  • größere Sportanlagen geplant
  • nach wie vor KEIN Kiezbad im Norden geplant
  • nach wie vor KEINE Standorte der Feuerwehr oder der Müllentsorgung geplant

MAZ titelt: Misstrauen gegen neue Siedlungsgebiete

Die MAZ hat heute auf der Grundlage unserer vorgestrigen Argumentation zum neuen Entwicklungsgebiet Fahrland-West einen ausführlichen Artikel gedruckt: “ „Wir haben vor allem den Eindruck, dass der eigentlich gute und dringend notwendige Plan zur Vermeidung des Verkehrskollaps – die Verlängerung der Tram bis Fahrland – hier durch überfliegende Pläne künstlich aufgebläht wird“, sagte Lange der MAZ. Dabei bestehe die Gefahr, dass man am Ende „mal wieder mit noch mehr Wohnbebauung, aber ohne jegliche dazugehörige Infrastruktur da stehen. Weil das Projekt eine Nummer zu groß ist.“ „

Was haltet Ihr von den Plänen zum neuen Entwicklungsgebiet Fahrland-West?

 

Diskussion um Verkehrsbelastung durch Krampnitz: Umlandstädte und -gemeinden schalten sich ein

In die Diskussion um die durch die Entwicklung von Krampnitz ausgelösten Verkehrsströme wurde diese Woche bekannt, dass auch mehrere Umlandstädte und -gemeinden wie Berlin, Dallgow-Döberitz und Falkensee erhebliche Bauchschmerzen mit der aus deren Sicht unzureichenden Verkehrsplanung Potsdams haben. 10.000 und mehr Menschen kann man an einem Ort ohne Regionalbahnhof (an den Bahnhof Marquardt will man Krampnitz ja bekanntlich leider nicht anschließen via Tram) eben nicht einfach mal so hinziehen lassen und glauben, dass das problemlos funktioniert – zumal wenn eine ÖPNV-Anbindung ausschließlich über Potsdams Innenstadt vorgesehen ist, die Menschen aber auch ganz andere Pendler-Strecken kennen.
Man merkt daran immer wieder: Die Planenden im Rathaus wohnen weder im Norden noch pendeln sie woanders hin als eben ins Rathaus.

Es hilft auch nicht immer zu propagieren, die Leute, die hierher ziehen, wüssten worauf sie sich einlassen: Zu wissen, wie die Situation in Krampnitz ist, wird nicht gleichbedeutend damit sein, die freie Wahl zu haben, ob man dorthin ziehen möchte oder nicht – bei der Wohnungsknappheit in Potsdam werden die Leute da hinziehen, ob sie wollen oder nicht, einfach nur weil sie keine Alternative zum Wohnen haben. Das heißt dann aber noch lange nicht, dass sie auf ihr Auto verzichten werden/wollen/können. Und man darf die Einseitigkeit nicht vergessen: Man kommt in die Potsdamer Innenstadt ja, aber das wars dann auch. Ein Anschluss an den wenige Kilometer entfernten Bahnhof Marquardt mit einer doppelten Anbindung an Berlin (Spandau-Jungfernheide-Gesundbrunnen oder Wannsee-Charlottenburg-Innenstadt) zieht man nämlich leider nicht in Erwägung.

Warum nicht Potentialflächen vorhalten, die erstmal für Parkplätze sind und bei Nichtbedarf später bebaut werden können? Ich in ja eine Freundin des ÖPNV – und wenn das Konzept aufgehen sollte, kann man die PKW-Stellplätze nach und nach weiter reduzieren. Dafür muss dann aber auch das ÖPNV-Angebot stimmen – und zwar in alle Richtungen. Wie bspw. kommt man von Krampnitz nach Neuruppin? Wie nach Elstal? Wie komfortabel und schnell in den Berliner Norden/Westen? Es arbeiten doch nicht alle in Potsdam und auch nicht alle entlang der RE1-Achse.

Hoffen wir, dass die Eingaben der Umlandgemeinden etwas bewirken.

Hier geht es zum 1. Artikel in den PNN und hier zum 2. Artikel, ebenfalls in den PNN.